Geschichte der AWWR

Anlass der Gründung der AWWR im Jahr 1947 war eine besonders angespannte Wasserknappheit. Vom damaligen Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Nölling, wurde so wörtlich   ?ein besonderer Ausschuss von Vertretern der Ruhrwasserwerkewirtschaft für die Dauer der diesjährigen Wassermangelzeit gutgeheißen.? Der Minister verfügte weiter, dass dieser Ausschuss unter Leitung von Direktor Friedrich Wilhelm Imhoff vom Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier der heutigen Gelsenwasser AG tagen soll.

Als Mitglieder benannte er die Herren

  • Direktor Wilms von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft, Mülheim
  • Direktor König von den Dortmunder Stadtwerken
  • Oberingenieur Gdanitz, Stadtwerke und Verbandswasserwerk Bochum und
  • Baudirektor Dr.-Ing. Prüß vom Ruhrverband und Ruhrtalsperrenverein

Die erste Sitzung dieses ?Ausschusses der Ruhrwasserwerke? fand dann am 14. Oktober 1947 in Gelsenkirchen statt. Auch nach der Wasserknappheit blieb der Ausschuss auf Anregung des Wirtschaftsministers bestehen. ?Aufgabe des Ausschusses ist?, so hieß es damals weiter, ?vorausschauend und in laufender Verbindung mit den zuständigen Dezernaten der Regierungen alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, die die Voraussetzung einwandfreier Wasserversorgung von Bevölkerung, Bergbau und Industrie im rheinisch-westfälischen Industriegebiet sicherstellen.? Die Hauptthemen des Ausschusses in den Anfangsjahren waren

  • Wassermangel in Trockenzeiten
  • Hochwasser und die Folgen bei Überflutung der Gewinnungsanlagen
  • Fragen der Ruhrwassergüte und
  • der Öffentlichkeitsarbeit

Diese Themen sind immer noch hochaktuell, sogar die Thematik des Wassermangels hat durch die Klimadiskussion wieder an Aktualität gewonnen.
Doch wie ging es weiter mit dem Ausschuss? 1955 löste Walter Kellermann - ebenfalls von Gelsenwasser - Friedrich Wilhelm Imhoff als Vorsitzenden ab. Die Kernwaffentests in den 50er Jahren stellten Untersuchungen auf Radioaktivität in den Vordergrund und letztmalig   noch vor Vollendung der Biggetalsperre   bereitete das Jahrhundert-Trockenjahr 1959 Wassermengenprobleme.
1971 übernahm Dr. Willy Heinrich Frank von den Dortmunder Stadtwerken den Vorsitz im Ausschuss. In seine ?Amtszeit? fällt wegen der immer komplexer werdenden Fragestellungen ab 1972 die Bildung der Ausschüsse Wassergüte, Wassergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Jahr 1984 hat Peter Scherer von Gelsenwasser die Nachfolge in der Leitung des Ausschusses übernommen. In der Sitzung am 12. März 1986 wurde beschlossen, den sich wandelnden Aufgaben und dem geänderten Selbstverständnis vom Krisenmanagement der Gründerjahre zur aktiven Gestaltung und Einflussnahme für den Trinkwasserfluss Ruhr Rechnung zu tragen. Die AWWR - Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr in der heutigen Form wurde ins Leben gerufen.

Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahr 1987 legte die AWWR erstmalig die ?Zielwerte für die Qualität des Ruhrwassers? der Öffentlichkeit vor. Und seit 1992 engagiert sich die AWWR in der Kooperation mit der Landwirtschaft  dafür, den Eintrag von Nährstoffen und Pflanzenbehandlungsmitteln in die Gewässer zu minimieren.
Den Vorsitz in der AWWR hat am 1. Juli 1994 Gerhard Höper von den Stadtwerken Essen übernommen. In dieser Zeit wurde erstmalig der AWWR-interne Alarmplan zur unverzüglichen Benachrichtigung aller Wasserwerke und des Landesamtes für Wasser und Abfall in Düsseldorf bei Gewässerverunreinigungen erarbeitet.

Das 50-jährige Bestehen feierte die AWWR am 13. November 1997 in einer Jubiläumsveranstaltung im Beisein der Umweltministerin Bärbel Höhn. Die zahlreichen Festreden und Grußworte haben die Notwendigkeit der AWWR eindrucksvoll bestätigt. Zum 1. Januar 2000 wechselte der Vorsitz auf Dirk Reitis von der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung. Durch seine Restrukturierungsmaßnahmen konnte sich die AWWR noch stärker gegenüber Ministerien, Verbänden und Politik positionieren. Ein wegweisender Beitrag der AWWR zur positiven Entwicklung der Wassergüte im Ruhreinzugsgebiet ist die Unterzeichnung des erneuerten Kooperationsvertrags Wasserwirtschaft-Landwirtschaft im Dezember 2002. Seit 1. April 2006 ist Hansjörg Sander, Verbund-Wasserwerk Witten, Vorsitzender der AWWR.

(Erstveröffentlichung: Hansjörg Sander, Bericht des Vorsitzenden, Ruhrgütebericht 2007, bearbeitete Fassung)

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