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04.02.2013

Trinkwasser nicht durch Biozide gefährdet

In aktuellen Medienberichten wird auf mögliche Gefährdungen für die Umwelt hingewiesen, die von sogenannten Bioziden ausgehen können. Dr. Christoph Donner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e. V. (AWWR) stellt fest: "Eine Gesundheitsgefährdung über das Trinkwasser besteht nicht." Dieses haben unabhängig voneinander sowohl der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel als auch Prof. Dr. med. Martin Exner, Vorsitzender der Trinkwasserkommission in Deutschland und Direktor des Instituts für Hygiene der Universität Bonn, aktuell bestätigt.

Biozide werden als Schutz gegen Algen, Pilze und Bakterien in Verbindung mit der Wärmedämmung von Häusern angewendet. Überwiegend kommen für diesen Zweck die Wirkstoffe Isoproturon und Terbutryn zum Einsatz. Im Zuge der Überwachung wird das Trinkwasser in den Wasserwerken an der Ruhr regelmäßig kontrolliert, jedoch ohne Befund.

Nach Informationen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sind diese Stoffe in Flüssen in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von 1992 bis 2012 nachgewiesen worden. Im Ruhrwasser treten an den Überwachungsmessstellen Mülheim und Fröndenberg nur einzelne Befunde auf, so dass es keine Hinweise  auf eine akute Belastung der Ruhr gibt.

Die AWWR begrüßt, dass mögliche Gefährdungspotenziale von Bioziden, die einen vielfältigen Anwendungsbereich haben, thematisiert werden und so die daraus möglicherweise resultierenden Umweltbelastungen ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden. Die Gewässer und deren Lebewelt können durch vom Menschen verursachte chemische Verschmutzungen geschädigt werden. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gibt hier zur Aufrechterhaltung des Schutzniveaus für Oberflächengewässer klar das Ziel vor, nämlich die Erreichung eines guten chemischen Zustands aller Oberflächengewässer durch die Festlegung von Umweltqualitätsnormen für prioritäre Stoffe und bestimmte andere Schadstoffe. Die AWWR befürwortet und unterstützt die weitere Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.


Fachhinweise:
Isoproturon wird vorwiegend als Getreideherbizid eingesetzt. Die Hauptbelastung in den Oberflächengewässern stammt aus der landwirtschaftlichen Anwendung. Terbutryn ist als Wirkstoff im Pflanzenschutz nicht mehr zugelassen und wird als Algizid in Dispersionsfarben eingesetzt. Positivfunde könnten aus dieser Anwendung herrühren.