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25.11.2014

Massive Kritik an Fracking-Plänen der Bundesregierung – Lebensmittel des täglichen Bedarfs sind unzureichend geschützt

Bündnis zum Schutz von Wasser – Gemeinsame Pressemitteilung

Berlin, 24. November 2014. Das „Bündnis zum Schutz von Wasser“ hat die Pläne der Bundesregierung, die Erdgasförderung mittels Fracking unter bestimmten Umständen doch zu ermöglichen, massiv kritisiert: Die Ende vergangener Woche bekannt gewordene Verständigung zwischen den Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt garantiere keinen umfassend wirksamen Schutz der Wasservorkommen für Lebensmittel, die täglich konsumiert werden. Das „Bündnis zum Schutz von Wasser“, das 2013 von deutschen Wasserversorgern und Getränkeherstellern gegründet worden war und unter anderem auch von der Gewerkschaft NGG unterstützt wird, kündigte an, weiterhin auf den gebotenen effektiven Schutz dieser Wasservorkommen zu drängen.

Sowohl für Mineralquellen als auch für Trinkwasserbrunnen zum Brauen von Bier und zur Zubereitung alkoholfreier Getränke sowie weiterer Lebensmittel sei im aktuellen Gesetzentwurf kein besonderer rechtlicher Schutz vorgesehen, für die öffentliche Wasserversorgung nur in Teilen. . „Wie will die Bundesregierung den Verbraucherinnen und Verbrauchern erklären, dass sie nicht einmal für die Lebensmittel des täglichen Bedarfs einen wirksamen und kompromisslosen Schutz zustande bekommen hat?“, fragen die Partner des „Bündnis zum Schutz von Wasser“ in einer gemeinsamen Erklärung. Man beobachte seit geraumer Zeit, dass unter dem Druck der Fracking-Befürworter der in Deutschland traditionell strenge Gewässerschutz immer mehr ins Wanken gerät. Schon werden Parallelen zu den USA deutlich, denn auch dort sind Umweltschutzgesetze umgangen bzw. teilweise außer Kraft gesetzt worden, um den Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie zu ermöglichen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Wasservorkommen für Lebensmittel, die teilweise seit Jahrzehnten von ortsansässigen Betrieben in der Ernährungswirtschaft genutzt werden, Fracking-Risiken ausgesetzt werden“, heißt es in einer aktuellen Erklärung. Die deutsche Getränke- und Lebensmittelwirtschaft müsse sich darauf verlassen können, dass Sicherheit und Reinheit qualitativ hochwertiger Wasserressourcen nicht durch Risikotechnologien aufs Spiel gesetzt werden. Es widerspreche jeglicher Verbraucherwartung, wenn die Bundesregierung nicht die Wasservorkommen für die Herstellung der beliebtesten und am häufigsten konsumierten Getränke beim Schutz vor Fracking bereits auf gesetzlicher Ebene effektiv schütze.

Einer Farce komme das im Gesetzentwurf vorgesehene Gremium mit Vertretern wissenschaftlich-technischer Organisationen gleich, das zukünftig über die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit der Erdgasgewinnung durch Fracking entscheiden solle. Drei der sechs vorgesehenen Organisationen hatten sich in den letzten Jahren stets für die Fracking-Technologie ausgesprochen und dazu im Jahr 2013 sogar eine gemeinsame Erklärung abgegeben.

Mehr als enttäuschend sei die Tatsache, dass auch im jetzigen Entwurf der Schutz von Trinkwasser und staatlich anerkannten Heilquellen nur halbherzig angegangen werde. Anstatt die kompletten Einzugsgebiete vor Fracking-Maßnahmen und der Verpressung von Rücklauf- und Abwasser (Flowback) zu schützen, würden bundesweite Verbote abermals nur auf die – meist kleineren – Schutzgebiete beschränkt. Weitere Gebiete könnten die Länder dann ausschließen. Es sei jedoch zu fragen, wie dezentrale Regelungen in denjenigen Bundesländern aussähen, in denen der Druck auf Fracking-Maßnahmen zunehme.

Die Stellungnahme des Bündnisses zum Schutz von Wasser reiht sich ein in die bisher bekannt gewordenen kritischen Stimmen von Natur- und Umweltschutzverbänden und aus der Politik und dem Parlament.

Seit 2013 setzen sich die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr, die Gelsenwasser AG, der Deutsche Brauer-Bund, der Verband Deutscher Mineralbrunnen und die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke im Bündnis zum Schutz von Wasser als breite Front gegen nachteilige Auswirkungen der Fracking-Methode ein. In diesem Jahr sind dem Bündnis die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sowie der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie und der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels als weitere Partner beigetreten. Damit repräsentiert das Bündnis mehr als 900 Unternehmen in ganz Deutschland. Verstärkt wird das Bündnis durch die NGG, die in bundesweit 52 Regionen die Interessen von rund 206.000 Mitgliedern vertritt.

Mit Verweis auf seine „Gelsenkirchener Erklärung“ aus dem Herbst 2013 wird das Bündnis weiterhin energisch dafür eintreten, nicht nur Flächen in Trinkwasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten von Fracking und Flowback-Verpressung frei zu halten, sondern auch deren Einzugsgebiete. Gleiches gilt für die Einzugsgebiete von natürlichen Mineralquellen und Brunnen zur Trinkwasserversorgung für Bier, alkoholfreie Getränke und die Herstellung weiterer Lebensmittel. „Die Bundesregierung muss mindestens in der Lage sein, das, was als Lebensmittel täglich in aller Munde ist, vor nachteiligen Einwirkungen des Frackings wirksam und ohne falsche Kompromisse zu schützen“, fordert das Bündnis. Bedauerlicherweise sei dieses Ziel bisher nicht annähernd erreicht.

Ansprechpartner im „Bündnis zum Schutz von Wasser“:

 

Ulrich Peterwitz
Geschäftsführer
Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e. V.
Zum Kellerbach 52
58239 Schwerte

Telefon 0209/708274

E-Mail: ulrich.peterwitz@gelsenwasser.de

 

Günther Guder
Geschäftsführender Vorstand
Bundesverband des Deutschen
Getränkefachgroßhandels e.V.
Monschauer Straße 7
40549 Düsseldorf

Telefon 0211/683938

E-Mail: guder@bv-gfgh.de

 

Claus-Harald Güster
Stellvertretender Vorsitzender
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
Haubachstraße 76
22765 Hamburg

Telefon: 040/38013-182

E-Mail: hv.vorstand-guester@ngg.net

 

Felix A. Wirtz
Unternehmenssprecher
GELSENWASSER AG
Willy-Brandt Allee 26
45891 Gelsenkirchen

Telefon 0209/708527

E-Mail: felix.wirtz@gelsenwasser.de

 

Holger Eichele
Hauptgeschäftsführer
Deutscher Brauer-Bund e.V.
Neustädtische Kirchstraße 7A
10117 Berlin

Telefon 030/20916725

E-Mail: eichele@brauer-bund.de

 

Klaus Heitlinger
Geschäftsführer
Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V.
Mainzer Str. 253
53179 Bonn

Telefon 0228/954600

E-Mail: heitlinger@fruchtsaft.org

 

Stefan Seip
Geschäftsführer
Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.
Kennedyallee 28
53175 Bonn

Telefon 0228/9599012

E-Mail: seip@vdm-bonn.de

 

Dr. Detlef Groß
Hauptgeschäftsführer
Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke e.V.
Monbijouplatz 11
10178 Berlin
Telefon 030/2592580

E-Mail: dgross@wafg.de