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27.04.2016

Noch bessere Trinkwasserqualität für rund eine Million Menschen

Umweltminister Johannes Remmel informierte sich im Verbundwasserwerk Essen

Nach einem Jahr„Generalprobe“ ist es endlich soweit: Die neue Wasseraufbereitungsanlage 2 (WAA II) in Essen-Überruhr ist vollständig in das neue Verbundwasserwerk integriert und damit betriebsbereit. In Anwesenheit von NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Vertretern der beteiligten Unternehmen und Behörden und der versorgten Kommunen wurde heute das neue Verbundwasserwerk offiziell seiner Bestimmung übergeben. Ab sofort durchläuft das Trinkwasser, mit dem rund eine Million Menschen versorgt werden, alle Etappen des neuen Verbundsystems.

56 Millionen Euro wurden von den Stadtwerken Essen und der GELSENWASSER AG in Essen investiert, entlang der Ruhr sind es insgesamt über 300 Millionen Euro, die die Wasserwerke für neue Aufbereitungstechnik derzeit ausgeben. Der NRW- Umweltminister ist begeistert: Das Land NRW hat an der Ruhr 50 Millionen Euro in den Gewässerschutz investiert, um die Wasserversorgung der Menschen an der Ruhr auch für die Zukunft zu sichern. „Ich begrüße es sehr, dass mit der neuen Trinkwasseraufbereitungsanlage, für die ich mich sehr eingesetzt habe, ein hervorragender Schlussstein unter die Diskussion um die Gewässer- und Trinkwasserbelastung durch PFT gesetzt wird“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel.

Zwischen den beiden vorher getrennten Wasserwerken Essen-Überruhr und Essen-Horst wurden insgesamt fast sechs Kilometer Rohrleitungen mit einem Durchmesser von 1,40 Metern verlegt. Durch diese Rohrleitungen werden durchschnittlich 160.000 m³ Wasser pro Tag transportiert. Die drei neuen Aufbereitungsstufen sorgen für eine noch bessere Trinkwasserqualität. Mit vollständiger Inbetriebnahme des neuen Verbundsystems gibt es nun eine weitestgehend chemiekalienfreie Wasseraufbereitung. Gleichzeitig stellt man sich mit der Modernisierung auch den zukünftigen Herausforderungen der Trinkwasserversorgung.

Die Einbindung der Modernisierungsmaßnahmen verlief für die Verbraucher ohne Einschränkungen. „Aus technischer Sicht war es eine besonders anspruchsvolle Herausforderung, im laufenden Betrieb alle Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen“, erklärt Dirk Waider, technischer Vorstand der GELSENWASSER AG. Die Inbetriebnahme bezeichnet Waider daher als „logistische Meisterleistung“. So verfügt allein die neue WAA II über mehr als 1.000 Objekte (Schieber, Pumpen, Dosierstationen, Messinstrumente), die vom Leitstand in Essen-Horst bedient werden.

Einjährige Generalprobe erfolgreich
Im Unterschied zur Bühnenwelt sind Generalproben in der Wasserversorgung äußerst langwierige Prozesse. „Bereits seit April 2015 fließt Wasser durch die neu gebaute WAA II. Zunächst begann der Probebetrieb ? die sogenannte hydraulische Inbetriebnahme ? mit der Zuschaltung der Rohwasserpumpen, die das bereits vorgereinigte Bodenfiltrat aus der Anlage in Burgaltendorf nach Überruhr transportiert. Schritt für Schritt wurden die beiden übrigen Verfahren anschließend eingegliedert“, führt WGE-Werksleiter Gregor Langenberg aus. Anfangs lief das Wasser zur Probe beispielsweise im Bereich der Aktivkohle-Filtration durch ein leeres Becken. Die Kohle wurde erst nach den erfolgreichen Tests eingefüllt. „Wir haben hier in der Wasseraufbereitungsanlage Essen-Überruhr den größten Aktivkohlefilter in Deutschland mit einem Fassungsvermögen von 1.500 m³. Die Gesamtoberfläche aller Aktivkohle-Körner ist doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland“, so Langenberg weiter. Der Probebetrieb an sich wurde als interner Kreislauf gefahren, das verwendete Wasser versickerte am Ende wieder in der Wassergewinnung.

Symbolischer Start der Inbetriebnahme durch den Umweltminister Johannes Remmel
Umweltminister Johannes Remmel war angereist, um sich über die komplexe Technik zu informieren. Ihm kam die Aufgabe der symbolischen Inbetriebnahme der neuen WAA II zu. Im Beisein der Vorstände der Stadtwerke Essen AG und der GELSENWASSER AG enthüllte der Minister die Tafel am Eingang der neuen Anlage. Neben Grußworten und Ansprachen, die in das aufwändige Projekt einführten, bekamen die Gäste die Möglichkeit, sich die neue Wasseraufbereitungsanlage anzuschauen. „Wir als Wassergewinnung Essen garantieren die Versorgung mit Trinkwasser in bester Qualität auch für die kommenden Generationen. Darauf dürfen wir zu Recht stolz sein“, berichtet Dietmar Bückemeyer, technischer Vorstand der Stadtwerke Essen AG und technischer Geschäftsführer der Wassergewinnung Essen GmbH. Mit diesem wasserwirtschaftlichen Großprojekt betreiben wir nun eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen Europas, hier in Essen im Herzen vom Ruhrgebiet.

Über Stadtwerke Essen AG
Die Stadtwerke Essen AG ist ein Stadtwerk mit fast 150-jähriger Tradition, das seit 1979 als Aktiengesellschaft geführt wird. Die Stadtwerke Essen beschäftigen rund 900 Mitarbeiter und sind zu 51 % im Besitz der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV), einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Essen. Weitere Anteilseigner sind die RWE Deutschland AG mit 29 % und die Thüga AG mit 20 %.
Die Stadtwerke Essen versorgen das Stadtgebiet Essen mit Erdgas, Trinkwasser und Strom. Zusätzlich bieten die Stadtwerke Essen ihren Kunden weitere ergänzende Dienstleistungen, wie z.B. Services zur Heiz- und Betriebskostenabrechnung und Messdienstleistungen an. Zudem haben die Stadtwerke Essen die Betriebsführung des Abwassernetzes übernommen, Eigentümerin ist die Entwässerung Essen GmbH (EEG). Weiterhin wird der Hafen der Stadt Essen durch die Stadtwerke Essen betrieben.

Über GELSENWASSER AG
1887 im Ruhrgebiet gegründet, um die Montanindustrie und die Menschen der Region mit Wasser zu versorgen, ist GELSENWASSER heute eines der größten Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland. 2,4 Millionen Menschen erhalten Trinkwasser von Gelsenwasser. Der Unternehmenssitz ist seit 1893 in Gelsenkirchen ? seit 1962 am jetzigen Standort.
Weitere Geschäftsfelder sind die Abwasserentsorgung, Energieversorgung mit Erdgas und Strom sowie Dienstleistungen für Kommunen. Die Kunden sind Haushalte und Kommunen, Versorgungs- sowie Industrieunternehmen in mehr als 70 Städten und Gemeinden. Zudem bieten mehr als 30 Fachunternehmen vernetzt unter dem Dach der GELSENWASSER AG Dienstleistungen im Bereich der Wasser- und Energiewirtschaft an.

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