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11.02.2013

Arbeitsgemeinschaft beruhigt Kunden: Trinkwasser uneingeschränkt genießbar

Untersuchungsumfang im Trinkwasser abgestimmt mit Aufsichtsbehörden

Angesichts der aktuellen Diskussion um "Biozide" im Trinkwassers stellt die Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e. V. (AWWR) fest, dass das von den Wasserversorgern an der Ruhr aufbereitete Trinkwasser uneingeschränkt genossen werden kann. Die Verunsicherung der Kunden, die derzeit betrieben wird, sei nicht nachvollziehbar. In den vergangenen Jahren, so die AWWR, gab es hinsichtlich der Pflanzenschutzmittel (PSM) keine Beanstandungen durch die Gesundheitsämter und die Bezirksregierung. Auch für das Jahr 2012 wurde der PSM-Grenzwert für Trinkwasser bei den Versorgern an der Ruhr nicht überschritten. Wäre das der Fall gewesen, hätten die Gesundheitsämter als Kontrollinstanz sofort entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

Sofern die Gesundheitsämter über negative Veränderungen im Ruhrwasser durch die dem Umweltministerium unterstellten Behörden erfahren, erfolgt auch hier eine Informationsweitergabe und eine Abstimmung der weiteren Vorgehensweise mit dem jeweiligen Versorger. Auch dieses lag bezogen auf PSM nicht vor.

Die Gruppe der Pflanzenschutzmittel wird bereits seit den 1970er Jahren intensiv beobachtet. Das Stoffspektrum wird dabei aufgrund neuer Erkenntnisse zu den Stoffen (Anwendung, Mengen, Umweltverhalten, Forschungsergebnisse und Auftreten) kontinuierlich angepasst. Der Umfang der Untersu-chungen wird - koordiniert durch die Gesundheitsämter unter Einbeziehung der Bezirksregierungen Arnsberg und Düsseldorf, der Landwirtschaftskammer, der Wasserversorgungsunterneh-men und der Kenntnisse über das Wassereinzugsgebiet - fest-gelegt und bei Bedarf aktualisiert. Im Ergebnis werden unauffällige Stoffe aus der Überwachung entfernt und dafür Stoffe, deren Auftreten in der Ruhr vermutet wird, neu in die Messprogramme aufgenommen. "Somit wird in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden für jeden Wasserversorger ein  auf die jeweilige Aufbereitungstechnik optimiertes Analyse- und Monitoring-Programm festgelegt", betont Dr. Christoph Donner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e. V. (AWWR). "Diese kann als ein individuelles, auf die lokale Situation angepasstes "Radarsystem" verstanden wer-den."

In enger Abstimmung mit den Fachbehörden untersuchen die AWWR-Mitgliedsunternehmen zusätzlich auf freiwilliger Basis das Vorkommen organischer Spurenstoffe in der Ruhr. Die Ergebnisse werden jährlich im Ruhrgütebericht (siehe www.awwr.de bzw. www.ruhrverband.de) veröffentlicht und stehen damit allen Interessierten zur Verfügung.

Die AWWR setzt sich für einen nachhaltigen und vorbeugenden Gewässerschutz ein. Dies kann aber nur verwirklicht werden, wenn das Verursacherprinzip konsequent durchgesetzt wird. Insofern begrüßt die AWWR, dass mögliche Gefährdungspotenziale von Pflanzenschutzmitteln, die einen vielfältigen Anwendungsbereich haben, thematisiert werden und die daraus möglicherweise resultierenden Umweltbelastungen ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden.

Die Meinung führender Experten und Aufsichtsbehörden zur Trinkwasserqualität und hier insbesondere zur Bewertung von Stoffspuren im Trinkwasser kann im AWWR Internetauftritt (siehe http://www.awwr.de/trinkwasserqualitaet.html) eingesehen werden.