Zielwerte für die Qualität des Ruhrwassers und deren Überwachung ab 2006

Zukunftsweisende Wasserversorgung beinhaltet die Verantwortung für einen vorsorgenden Ressourcen- und Verbraucherschutz. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR) kommen dieser Verpflichtung sowohl standortbezogen als auch durch eine Vielzahl an gemeinsamen Maßnahmen nach. Dazu zählt auch die langjährige, intensive Überwachung der Ruhrwassergüte, mit deren Hilfe örtliche und zeitliche Veränderungen erfasst und für die Trinkwassergewinnung bewertet werden. Grundlage hierzu sind die von der AWWR gesetzten Zielvorstellungen, die zuletzt im Jahr 1995 unter mittelfristigen und langfristigen Gesichtspunkten definiert wurden.

Es kann als großer Erfolg der guten Zusammenarbeit zwischen der AWWR, dem Ruhrverband und der Landwirtschaft im Ruhreinzugsgebiet gewertet werden, dass heute strengere Maßstäbe formuliert werden können als vor zehn Jahren. Nährstoff- und Pflanzenschutzmitteleinträge aus der Landwirtschaft wurden minimiert und durch den kontinuierlichen Ausbau der Kläranlagen anthropogene Stoffe dem Wasserkreislauf entzogen. Das gute Qualitätsniveau der Ruhr ermöglicht es, trotz der intensiven Besiedlung sowie der gewerblichen und industriellen Einflüsse im Ruhreinzugsgebiet die Zielwerte abzusenken und auf einzelne Qualitätskennwerte in der Überwachung völlig zu verzichten. Gleichzeitig wird durch die Einbeziehung neuer Güteparameter den aktuellen Erkenntnissen Rechnung getragen. Auf eine Unterscheidung zwischen qualitätsbezogenen Mittel- und Langfristzielen wird künftig verzichtet, da eine kritische Bewertung und Überarbeitung der Zielvorgaben in regelmäßigem Abstand erfolgt.

Das hier vorgelegte, vom AWWR-Ausschuss Wassergüte entwickelte Konzept berücksichtigt nicht nur die für die Trinkwasserversorgung wichtigen Parameter und Anforderungen. Basierend auf den in den letzten zehn Jahren gewonnenen Erkenntnissen wurden gleichzeitig die Messstellen einer kritischen Überprüfung und Neuordnung unterzogen.

Wie in den Vorjahren wurde auch das zu untersuchende Spektrum an Pflanzenschutzmitteln im Rahmen der Kooperation zwischen der Landwirtschaft und der AWWR auf die aktuellen Verhältnisse angepasst. Die neue Parameterliste findet darüber hinaus die Zustimmung der zuständigen Überwachungsbehörden. Sie wird bis zu ihrer Revision für die Roh- und Trinkwasserüberwachung als geeignet angesehen.

Die AWWR dokumentiert mit diesen Aktivitäten ihren Willen, zusätzlichen Belastungen und deren Eintragsquellen in das Rohwasser frühzeitig entgegenzutreten und der Reinhaltung des Ruhrwassers zum Schutz der Trinkwasserkonsumenten die angemessene Priorität einzuräumen.

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